Der Verein

Der Pommersche Künstlerbund, der 2016 sein 100-jähriges Gründungsjubiläum feiern durfte, kann für sich in Anspruch nehmen, mit eine der ältesten Künstlervereinigungen zu sein, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts formierten. So berühmte Zusammenschlüsse wie „Die Brücke“, „Der Blaue Reiter“,
„de Styl“ oder die Malerkolonien „Worpswede“, „Ahrenshoop“ oder „Schwaan“ sind in die Geschichte eingegangen, aber existieren heute nicht mehr. Dass der Pommersche Künstlerbund noch besteht,
hängt sicherlich mit seinem Bezug zum nordischen Kultur- und Lebensraum Pommern als exemplarischem Gehalt zusammen, auf den sich die künstlerischen Ambitionen und Auffassungen gründen.



Geschichte




Um die Gründung 1916 in Stettin sowie die folgenden Jahre ranken sich bekannte Künstlernamen wie der Bildhauer Karl Ludwig Manzel, die Maler Eugen Dekkert, Martin Meyer-Pyritz, Franz Theodor Schütt,
Gustav Wimmer, Louis Douzette und Günter Machemehl. Während der Zeit des Nationalsozialismus und des 2. Weltkriegs ist die Vereinigung von der Nazi-Kultur okkupiert worden. Daher bestand nach 1945 keine Organisationsform mehr. Erst 1979 kommt es in Düsseldorf durch einige Künstler aus Hinterpommern zu einer Wiederbelebung der offiziell nie aufgelösten Künstlervereinigung. Dass die ersten Jahre von landsmannschaftlichem Interesse geprägt waren, ist erklärlich; galt es doch zunächst, ein kulturelles Erbe wieder zu beleben und zu bewahren. Mit der Wiedervereinigung 1990 eröffnete sich die Möglichkeit,
auch Künstler aus Vorpommern für den Pommerschen Künstlerbund zu werben.
Eine Pionierin dieser Aktion war die Malerin und Poetin Erika Pleil-Volz aus Glücksstadt.
Als Helmut Maletzke aus Greifswald 1996 auf der Vollversammlung in Kassel zum Vorsitzenden gewählt wurde, vollzog sich als historisch natürlicher Prozess eine Verlagerung des Schwerpunktes nach Vorpommern. Diese Entwicklung wurde durch den vermehrten Zustrom neuer Mitglieder aus Vorpommern verstärkt. Der Aufbruch hatte auch zur Folge, dass die Ansprüche an ein modernes und aktuelles Kunstprofil wuchsen und immer drängender wurden: